Ehrenamt
Wozu Ehrenamt im Strafvollzug da ist:
Während des Strafvollzugs sowie auch im Rahmen der Bewährungshilfe werden Straffällige von professionellen Fachkräften unterstützt. Doch oft sind zusätzliche Angebote von Seiten der Gesellschaft hilfreich, damit Betroffene wieder Fuß fassen und ein straffreies Leben führen können. Der KGV bereitet interessierte Bürger in einer verbindlichen Schulung auf ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten vor und begleitet sie danach fortlaufend bei der Ausübung ihres Ehrenamtes.
Was Ehrenamtliche mitbringen sollten:
- persönliche Stabilität:
Im Sozialumfeld von JVA kommen Ehrenamtliche mit vielen verschiedenen Charakteren in Kontakt, die Lebensgeschichten erlebt haben und sich oftmals in problematischen Situationen befinden. Um diesen Menschen eine gute und verlässliche ehrenamtliche Betreuung bieten zu können, sollte man selbst über ein unbelastetes und stabiles Gemüt verfügen. - Einfühlungsvermögen:
Empathie ist eine der Grundsäulen sozialer Arbeit und ein starkes Gut von Ehrenamtlichen. In einer JVA, wo strenge Regeln herrschen und oftmals Welten aufeinander prallen, ist es gerade für Inhaftierte von hohem Wert, mit einem freundlichen und einfühlsamen Menschen reden zu können. - aktives Zuhören:
Viele Straffällige stehen vor dem Problem, einen Teil ihres gewohnten Sozialumfeldes verloren zu haben. Zudem herrscht in JVA eine ganz eigene Informationspolitik. Aus diesen Gründen gibt es oftmals nur wenige Personen, denen Straffällige sich gefahrlos anvertrauen können. Ehrenamtliche können solche Vertrauenspersonen sein, insbesondere weil sie keine disziplinarische Macht über die Inhaftierten haben und zudem freiwillig in das JVA-Milieu kommen. - Toleranz:
Menschen, Lebenswege und Sichtweisen sind vielseitig und vielschichtig, darum steht im deutschen Grundgesetz Artikel 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Somit müssen Ehrenamtliche im Bereich JVA immer zwischen dem zu respektierenden Menschen und der verurteilten Tat differenzieren können. - Verlässlichkeit:
Je kleiner das Sozialumfeld eines Menschen ist, desto wertvoller sind die wenigen Kontakte. Verlässlichkeit, Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit sind Qualitäten, die ein gutes Ehrenamt auszeichnen, denn sie fördern Vertrauen. - Verschwiegenheit:
Verschwiegenheit hat im Bereich JVA mehrere Dimensionen: Zum Einen werden Ehrenamtliche zu einem Teil des JVA-Systems und unterliegen somit der allgemeinen Schweigepflicht. Zum anderen erfahren sie mitunter persönliche Details ihrer zu betreuenden Personen. Somit ist es die Pflicht eines jeden Ehrenamtlichen, die persönlichen Grenzen aller Beteiligter zu wahren und zu schützen.
Was Ehrenamtliche tun können:
Mit Kreativität und Engagement kann fast alles auf die Beine gestellt werden! Hier sind ein paar Beispiele, was durch die Ehrenamtlichen des KGV schon heute geleistet wird:
- Sport-, Spiele-, Kreativ- und Gesprächsgruppen mit Inhaftierten:
Je nach JVA und Interesse der Straffälligen können regelmäßige oder anlassbezogene Gruppen organisiert werden, von Kochkursen bis Weihnachtssingen, aber auch lockere Gesprächsrunden sind immer gern angenommen. - Einzelbetreuung von Inhaftierten:
In Einzelgesprächen können Straffällige für einen Moment ihr sonstiges Umfeld beiseite lassen und in Kontakt mit einem vertrauenswürdigen Menschen treten. In diesem persönlichen und vertraulichen Rahmen können sie frei über die Themen sprechen, die sie bewegen. Je nach Bedarf können die Termine auch für Zielerreichungen verwendet werden, z.B. schulische Nachhilfe. - Briefkontakt mit Inhaftierten und ehemaligen Inhaftierten:
Wo kein persönlicher Kontakt möglich oder gewünscht ist, können auch Postkarten und Briefe geschrieben werden. Je nach JVA und Auflagen der Straffälligen sind sogar Pakete zulässig. - Angehörigenarbeit während des Strafvollzugs:
Nicht nur die Straffälligen selbst sind von ihrer Tat und deren Verurteilung betroffen, viele haben eine Familie und Kinder. Fällt ein Verdiener der Familie und Elternteil aus, können zusätzliche Probleme entstehen. Ehrenamtliche können den Angehörigen eine Stütze sein, sich Sorgen und Nöte anhören, vielleicht sogar bei deren Lösung behilflich sein, z.B. im Rahmen von Behördengängen oder der Anbindung an Hilfsvereine. - Nachbetreuung ehemals Inhaftierter:
Je länger eine Inhaftierung andauert, desto größer ist die Hürde, wieder in die Gesellschaft zurückzufinden: die Welt hat sich weitergedreht, Gesetze und Gepflogenheiten haben sich geändert, die Technologie hat gewaltige Sprünge gemacht. Schon das digitale Bezahlen beim Bäcker kann eine unerwartete Herausforderung darstellen. Hier können Ehrenamtliche unterstützen, indem sie die neuen Schritte der Haftentlassenen begleiten und anleiten. Doch das Stigma der Verurteilung kann bei manchen selbst nach Jahren noch anhaften, was einen verlässlichen, ehrenamtlichen Kontakt umso wertvoller macht. - Öffentlichkeitsarbeit bei Aktionen, Infoständen etc.:
Das Ehrenamt im Bereich JVA ist ein gebrauchtes und viel zu rares Gut. Um mehr Menschen zu erreichen und zu begeistern, wird jede helfende Hand dankbar angenommen, sei es bei Infoveranstaltungen, Workshops, Erfahrungsaustauschen oder im Hintergrund als Webdigner.
Wo sich Ehrenamtliche engagieren können:
Der KGV ist hier aktiv:
- JVA Remscheid
- JVA Wuppertal Vohwinkel
- JVA Wuppertal Ronsdorf
Die nächste Basisschulung
für ehrenamtliche Tätigkeiten in der Straffällige
findet an folgenden Tagen statt:
[wird hier bald bekannt gegeben]
Schulungsthemen:
Was bedeutet JVA eigentlich?
Wie ist das Ehrenamt strukturiert?
Was ist beim Umgang mit Straffälligen zu beachten?
weitere Informationen unter:
Caritasverband Wuppertal / Solingen e.V. | Straffälligenhilfe
Ansprechpersonen zum Ehrenamt:
Wuppertal/Solingen
Helena Fahl
Hünefeldstraße 54 A
42285 Wuppertal
Tel.: 0202 28 05 230
Mob.: 0160 91 02 74 82
helena.fahl@caritas-wsg.de
Remscheid
N.N.
